Donnerstag, 29. März 2012
New Orleans hätte mich fast am Haken gehabt. Der seichte Wind, der die Hitze angenehm erträglich macht und sanft am Hemd rüttelt; knusper-knusper-knäuschen, wer knabbert an mei’m Häuschen?; dieser Wind also, der flüsterte unablässlich b l e i b !

Kühler noch als im Schatten versäulter Veranden ist es im Casino. Mitten im Zentrum der Stadt gelegen, dennoch eine Welt für sich. Mit eigenen Naturgesetzen, wie man gleich lesen wird:
Alte Männer sitzen an Pokertischen, gleichgültig lassen sie ihre 20-Dollar-Jackson-Möwen über den lila Samt segeln. Dann erst werden Jeton-Krumen auf den Tisch geworfen. Die alten Hände, die so sanft ihre Täubchen fliegen ließen, krallen jetzt nach den beigefarbene Plastikchips. Stapeln stacks. Aber an diesem Tisch pokert niemand. Wer schlechte Karten hat, wirft sie sofort wieder hin. Und sollten die blinds alle Krumen verschlungen haben, dann lässt man neue Möwen über den Tisch flattern.
Poker ist ein schrecklich langweiliges Spiel.
Und:
Die armen Alten, versetzen ihre Rente, weil am Horizont hauchzart die unbegrenzte Vermehrung flimmert. Die wohlhabenden Alten sind bereits vor 8 Uhr morgens auf dem Golfplatz, weil der Sonnenaufgang auch vom Horizont kommt, garantiert.


*sich verneigend*
Gilead Kinski



Dienstag, 27. März 2012
Meine Fresse! Bzw.: Mein heutiges Essen! Ich habe soeben (Sonntag, 25. März, 20:56) für mein Abendessen, ohne Begleitung, mit Trinkgeld, 67$ bezahlt. Wasser, californischer Rotwein [der es mit keinem Italienischen aufnehmen kann], einem Gruß vom Chef, Zungenwurst, Hanger Steak.
Vom Chef: Radieschen ge..., mit grünem Pesto und karamellisierten Pinienkernen; Zungenwurst, angebraten, mit Salzgurken, Birnen, Pilzen, scharfsauren gelben Tomaten und Schokoladen-Irgendwas-Marmelade; hanging tender, oder auf Deutsch Nierenzapfen bzw Kronstück, wirklich wunderbares Fleisch. Allerdings wurden sowohl Zungenwurst als auch Steak in ihrem eigentlich großartigen Geschmack durch die überbordende Süße der Beilagen; beim Steak ebenfalls karamellisierte Pinienkerne; korrumpiert!

Die relativ berühmten Friedhöfe New Orleans’, wegen des Hochwassers sind die Gruften und Mausoleen oberirdisch aufgebaut, sind zu SehensUNwürdigkeiten verkommen. Zerbrochene Marmortafeln, rissig und vergänglich, wie alles Andenken. Auf einigen Gräbern tatsächlich und absichtlich Müll, dazwischen Tarotkarten, weil Voodoo. Statt frischen nur Kunstblumen.
Hier blühen keine Lilien.
Touristen trampeln als gemolkene Herdentiere über die Ruhestätte. Geführt von Einem, der die Namen auf den Platten lesen und Geschichten und Geschichtchen dazu erzählen kann.

Aber:
Dennis Hopper und Peter Fonda waren auch hier. Auf einem kleinen Trip.


*sich verneigend*
Gilead Kinski